Ozan Zakariya Keskinkılıç: Hundesohn
Queer Festival 2026 - Lesung
Di 12.05.26 / 20:00 / Zentrale
Einlass 19:00
Bestuhlt im Zentrale
Eintritt frei

Dies ist eine Liebesgeschichte. Sie spielt im Juni, im Juli, im August in Adana, dreitausend Kilometer weit weg von Berlin. In Berlin lebt Zeko. Hier trifft er Männer in Parks und Cafés, auf Dating-Apps und vor der Moschee. Doch jedes Mal, wenn sich ihre Lippen berühren, reißen ihn die Gedanken zurück zu Hassan, dem Nachbarsjungen in Adana, den Dede, sein Großvater, immer nur »Hundesohn« nennt. Zeko kennt das laute Viertel, den Staub in den Gassen nur aus den Sommerferien. Dann stirbt Dede an einem Herzinfarkt. Aber Zeko will nicht vergessen, nicht den Großvater, der alten Männern die Sorgen aus dem Bart schnitt und auf Arabisch sang, nicht die religiösen Rituale und den Geschmack von Bamya. Und vor allem nicht Hassan. »In neun Tagen werde ich Hassan wiedersehen«, wiederholt er wie ein Mantra: beim Freitagsgebet, in der Therapiesitzung, im Prinzenbad, beim Mittagessen mit seiner besten Freundin Pari. Aber etwas ist geschehen, als Zeko und Hassan sich das letzte Mal sahen. Etwas, das immer heftiger heraufdrängt, je näher der Tag seiner Abreise kommt.
„Hundesohn“ erzählt radikal und poetisch von Liebe und Begehren. Von der Euphorie und Verletzlichkeit, der Angst und dem Glück, wenn man liebt. Vom leisen Schrei und lauten Flüstern: am Küchentisch, in fremden Betten und im Gebet. Und vermisst dabei unsere zerrissene Gegenwart, über alle Grenzen von Ländern, Sprache und Körper hinweg.
- Debütpreis des Buddenbrookhauses 2024/25 (Nominierung)
- Literaturpreis der deutschen Wirtschaft 2026 (Longlist)
- Rauriser Literaturpreis 2026 (Shortlist)
- SWR-Bestenliste
- ZDF-»aspekte«-Literaturpreis 2025
Ozan Zakariya Keskinkılıç, geboren 1989, studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge. 2022 erschien sein Lyrikdebüt „Prinzenbad“ im Elif Verlag, 2023 das Sachbuch „Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes“ im Verbrecher Verlag. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien (u. a. „anders bleiben“, Rowohlt 2023) veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt. Er war für den Clemens-Brentano-Preis und den Dresdner Lyrikpreis nominiert und wurde mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2025 ausgezeichnet. „Hundesohn“ ist sein erster Roman.
Moderation: Danijel Cubelic, Leiter des Amts für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.
In Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.

Alle Informationen rund um das Festival gibt es unter www.queer-festival.de
Foto: Max Zerrahn