And now Hanau
Dokumentartheater von Tuğsal Moğul
Fr 13.02.26 / 19:00 / Schwurgerichtssaal im Landgericht Heidelberg
Bestuhlt im Schwurgerichtssaal im Landgericht Heidelberg
Abendkasse 3,00 €
Bei dieser Veranstaltung gilt freie Preiswahl: Tickets gibt es ab 3 € und bis 19 €

Gastspiel des Staatstheaters Mainz.
Am 19. Februar 2020 erschoss in Hanau ein polizeibekannter Rechtsextremist neun Menschen mit Einwanderungsgeschichte – eine der brutalsten Mordserien der jüngeren deutschen Vergangenheit, die bis heute kaum aufgearbeitet wurde.
Der Theaterautor, Regisseur, Schauspieler und Arzt Tuğsal Moğul setzt sich in seinen Werken mit den Auswirkungen rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland auseinander. Moğul lässt in seinem Stück die Opfer zu Wort kommen und fragt nach den vielen Fehlern, die vor, während und nach dem Anschlag von Seiten der Polizei, Staatsanwaltschaft, Politik und den Medien begangen wurden: Der Attentäter war der Polizei bereits als rechtsextrem bekannt. Wieso wurde er nicht besser überwacht? Wieso war der Notruf 110 in der Tatnacht nicht erreichbar? Wieso war der Notausgang in der Arena-Bar verschlossen? Wie kann es sein, dass Einsatzleute des SEK am Tatort später als rechtsextremistisch entlarvt wurden? In enger Zusammenarbeit mit der »Initiative 19. Februar Hanau« fragt auch Moğul nach Konsequenzen und fordert eine lückenlose Aufklärung, um Opfern und Angehörigen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und ihrer zu gedenken.
Die Inszenierung folgt dem Konzept der Uraufführung, entstanden als Koproduktion zwischen dem Theater Oberhausen, dem Theater Münster und den Ruhrfestspielen Recklinghausen.
Regie: Tuğsal Moğul, Franziska Sarah Layritz
Ausstattung, Video: Marcin Wierzchowski
Dramaturgie: Rebecca Reuter
Mit: Vincent Doddema, Flora Udochi Egbonu, Anneke Gies, Sabah Qalo
Foto: Gerald Haffke
Veranstaltet von: Theater und Orchester Heidelberg
Veranstaltungsort: Schwurgerichtssaal im Landgericht Heidelberg
Das Gedenken an die rechtsterroristischen Anschläge in Hanau und Halle, in Heidelberg zusammengefasst unter dem Titel „Sechs Jahre und ein paar Tage …“, ist eine Kooperation des Theaters und Orchesters Heidelberg, zwinger x, des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, der Muslimischen Akademie Heidelberg, von Mosaik Deutschland e. V., Erinnern.Verändern, des Migration Hub Heidelberg, Kein Schritt nach Rechts Heidelberg, der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e. V., des Karlstorbahnhofs, des Migrationsbeirats der Stadt Heidelberg, des Interkulturellen Zentrums und des Amts für Chancengleichheit im Rahmen des Runden Tisches gegen Rassismus der Stadt Heidelberg.
Neben dem Theatergastspiel sind im Zeitraum rund um den 19. Februar weitere Bildungs-, Gedenk- und Austauschformate geplant. Das zivilgesellschaftliche Bündnis Erinnern.Verändern organisiert unter anderem postkoloniale Stadtrundgänge, thematische Führungen – etwa zu muslimischem Leben in Heidelberg oder im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma –, ein Filmscreening sowie Safer Spaces für Betroffene von Rassismus. Alle Veranstaltungen des Bündnisses sind kostenlos.
Detaillierte Informationen zum vollständigen Programm unter www.erinnern-veraendern.de
Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch das Bundesprogramm »Demokratie leben!« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.