Do 26.10.17 / 20.00 Uhr / WG in Heidelberg

Literatur sucht WG

Galal Alahmadi und Noor Kanj

Seit 2014 schicken die Heinrich Böll Stiftung und der Karlstorbahnhof Literatur in Heidelberg auf Wohngemeinschaftssuche. Autorinnen und Autoren kommen einen Abend lang zum gemeinsamen Lesen, Diskutieren, Trinken und Lachen direkt in der WG-Küche oder dem Wohnzimmer vorbei. Im Herbst laden wir in Kooperation mit dem Freunde arabischer Kunst und Kultur e.V. Autorinnen und Autoren ein, die nach Deutschland geflohen sind. Sie berichten nicht nur über ihre persönlichen Gründe der Flucht und über ihre Fluchterfahrungen, sondern auch über ihre Begegnungen mit dem Leben in der neuen Heimat.

Interessierte WGs können sich ab sofort mit ein paar Zeilen bewerben unter: u.hacker@karlstorbahnhof.de


Am 26. Oktober 2017 sind die beiden Autoren Galal Alahmadi und Noor Kanj zu Gast.


Galal Alahmadi, 1987 in Saudi-Arabien geboren und im Jemen aufgewachsen, ist einer der bekanntesten Dichter des Jemen und hat es in der arabischsprachigen Welt schon zu einigem Ruhm gebracht. 2010 gewann er den „Preis des Präsidenten“ auf lokaler, ein Jahr später dann auf nationaler Ebene. 2014 wurde er mit dem Abdulaziz-Al-Makaleh-Preis ausgezeichnet. Zudem hat Galal Alahmadi als Journalist und Redakteur für verschiedene arabische Zeitungen und Magazine gearbeitet. Bis September 2016 war er Literaturstipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung. Galal Alahmadi hat bislang vier Gedichtbände auf Arabisch veröffentlicht: „Ein Baum zum Bedauern und mehr“ (2011), „Ich kann mit niemandem weinen“ (2012), „Damit der Dschungel aus meiner Brust verschwindet“ (2013) und „Die Stufen des Hauses steigen allein herab“ (2015), außerdem erschienen eine Auswahl seiner Gedichte in der Anthologie Weg sein – Hier sein (Secession Verlag). Im August 2017 kürte die Jury des renommierten, nach dem ägyptischen Dichter Mohammed Afifi Matar benannten Dichter-Wettstreit Galal al-Ahmadi zum diesjährigen Preisträger. Der Preis wird in Kairo verliehen.

Noor Kanj, 1990 in Suweida/Syrien geboren, hat dort Informatik und Wirtschaftswissenschaften studiert, wechselte wegen des Krieges auf die private International University for Science and Technology in Damaskus. 2014 verließ sie Syrien und zog in den Libanon. 2016 kam sie mit einem Literaturstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland. Gedichte der Lyrikerin wurden unter anderem im arabischsprachigen Sammelband „Neue Syrische Dichtung“ und der deutschsprachigen Anthologie „Weg sein – hier sein“ veröffentlicht. Noor Kanj hat für verschiedene arabische Zeitungen und Magazine geschrieben. Ihre Lyrik inzwischen bei zahlreichen Lesungen in Deutschland vorgestellt. Zur Zeit nimmt sie am Programm „Verschmuggel“ des Berliner Hauses der Poesie teil, bei dem jeweils ein deutschsprachiger und ein fremdsprachiger Lyriker ihre Texte gemeinsam übersetzten.

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